Der Cube Cross Race ist kein verkapptes Gravelbike, sondern ein klar auf Rennen und harte Trainingsrunden ausgelegter Cyclocrosser. Ein cube cross race test macht nur dann Sinn, wenn man Renncharakter, Reifenfreiheit und Preis gegen den tatsächlichen Einsatz abgleicht. Genau das ordne ich hier für die aktuellen Modelle ein, damit du schneller erkennst, ob das Rad zu deinem Profil passt.
Die wichtigsten Punkte zum Cross Race
- Das Cross Race ist ein echter Cyclocrosser mit direkter Geometrie, nicht ein entspanntes Allroad-Rad.
- Aktuell liegt die Serie grob zwischen 8,9 kg beim C:62 Pro und 7,0 kg beim C:68X SLT.
- Die Reifenfreiheit bleibt mit maximal 34 mm klar im Race-Bereich.
- Für die meisten Käufer ist das C:62 SLX der spannendste Mittelweg aus Preis, Gewicht und Ausstattung.
- Wer mehr Alltag, Tour und Gepäck will, ist mit dem Nuroad meist besser bedient.
Wofür das Cross Race gebaut ist
Ich sehe das Cube Cross Race als kompromissarmen Renn-Crosser. Die aktuelle Serie setzt auf Carbonrahmen in C:62 und C:68X, auf eine Cyclocross-Race-Geometrie und auf Ausstattungen, die auf Tempo, Kontrolle und schnelle Richtungswechsel ausgelegt sind. Das ist die richtige Basis für Rennen, intensive Wintertrainings und harte Strecken mit Schlamm, Wiesenpassagen und kurzen Trageeinlagen.
Wichtig ist dabei die Haltung des Bikes. Die Geometrie bleibt bewusst kompakt und direkt: Der Lenkwinkel liegt je nach Größe bei etwa 71,5 bis 72,5 Grad, die Kettenstreben bei 423 bis 425 mm, der Radstand bei 1001 bis 1048 mm. Für mich heißt das übersetzt: schnell im Einlenken, stabil genug für unruhigen Untergrund, aber nie auf Komfort gebügelt. Dazu kommt, dass die Serie laut aktuellen Daten auf 100 kg Fahrergewicht ausgelegt ist und in der Kategorie 2 läuft, also klar für sportlichen Einsatz, nicht für groben Trail-Stress.
Genau daraus ergibt sich auch das Einsatzfenster. Das Cross Race will nicht alles können. Es will auf dem Kurs schnell sein. Wer das versteht, liest das Rad sofort richtig, und genau deshalb lohnt sich im nächsten Schritt der Blick auf das Fahrgefühl auf der Strecke.

Wie sich das Rad auf der Strecke fährt
Im Fahren wirkt das Cross Race deutlich wacher als ein Gravelbike. Es beschleunigt sauber, lenkt schnell ein und fühlt sich in Kurven sehr präzise an. Das ist kein Zufall, sondern eine Folge aus niedrigem Gewicht, kurzer Geometrie und der typischen Cyclocross-Auslegung. Gerade auf engem Kurs, bei schnellen Lastwechseln oder beim Auf- und Absteigen macht sich das bezahlt.
Die Carbonrahmen nehmen dem Rad etwas von der Härte, aber sie machen daraus kein Komfortwunder. Der Carbonaufbau dämpft Vibrationen spürbar, die schmalen CX-Reifen bleiben aber bewusst straff. Mit den serienmäßigen 33-mm-Reifen und der maximalen Reifenbreite von 34 mm bleibt die Plattform ehrlich race-orientiert. Auf Asphalt fährt sich das sportlich und direkt, auf grobem Schotter noch kontrolliert, aber nicht entspannt. Wenn du lange Pendelstrecken, holprige Wirtschaftswege und viel Mischbetrieb suchst, spürst du schnell die Grenzen.
Was mir besonders gefällt: Die gewichtsarmen Top-Versionen sind nicht nur auf der Waage stark, sondern auch beim Tragen. Ein Rad mit rund 7,0 bis 7,9 kg fühlt sich auf der Schulter deutlich angenehmer an als ein schweres Allroad-Bike. Das ist im Cyclocross mehr wert, als viele Käufer anfangs denken. Wer die Fahrdynamik verstanden hat, landet automatisch bei der Frage nach den Ausstattungsunterschieden.
Ausstattung und Preisniveau 2026
Die aktuelle Serie ist sauber abgestuft. Unten bekommst du ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis, oben sehr viel Race-Technik, aber auch deutlich höhere Preise. Für mich lohnt sich die Serie vor allem dann, wenn du die passende Stufe für deinen tatsächlichen Einsatz wählst und nicht nur nach dem leichtesten Rahmen gehst.
| Modell | Gewicht | Antrieb | Preisniveau | Mein Eindruck |
|---|---|---|---|---|
| Cross Race C:62 Pro | 8,9 kg | Shimano 105 Di2 2x12 | ca. 2.249 bis 2.499 Euro | Sehr starker Einstieg, wenn du elektronische Schaltung und 2-fach-Logik willst. |
| Cross Race C:62 Race | 8,6 kg | SRAM Rival XPLR AXS 1x12 | ca. 2.599 Euro | Einfach, sportlich und auf Rennen getrimmt. Gute Wahl für Fahrer, die 1x bevorzugen. |
| Cross Race C:62 SLX | 7,9 kg | Shimano Ultegra/GRX Di2 2x12 | ca. 2.969 bis 3.299 Euro | Für mich der Sweet Spot der Serie. Sehr starkes Paket aus Gewicht, Laufrädern und Schaltung. |
| Cross Race C:68X TE | 7,7 kg | Shimano GRX Di2 2x12 | ca. 3.869 bis 4.299 Euro | Schon sehr nah am Vollblut-Renngerät, aber preislich deutlich ambitionierter. |
| Cross Race C:68X SLT | 7,0 kg | SRAM Red AXS 1x12 | ca. 5.849 Euro | Technisch beeindruckend, praktisch nur sinnvoll, wenn du wirklich ganz oben kaufen willst. |
Wenn ich nüchtern bewerte, ist das C:62 SLX der interessanteste Punkt im Line-up. Es spart Gewicht gegenüber den Einstiegsmodellen, bringt bessere Laufräder und bleibt preislich noch halbwegs vernünftig. Das Pro ist der clevere Einstieg, das SLT ist eher die Prestige-Variante für Fahrer, die den letzten Feinschliff bezahlen wollen. Und genau an dieser Stelle wird der Vergleich mit dem Nuroad spannend.
Warum das Cross Race nicht einfach ein Nuroad mit schmaleren Reifen ist
Auf den ersten Blick wirken Cross Race und Nuroad verwandt. Beide kommen aus derselben Denkschule, beide wollen schnell sein, und beide sind keine gemütlichen Trekkingräder. In der Praxis trennen sie aber zwei unterschiedliche Einsatzzwecke. Das Cross Race ist der Spezialist für Rennstrecken und harte Cross-Bedingungen, das Nuroad der flexiblere Begleiter für Alltag, Tour und gemischte Untergründe.
| Kriterium | Cross Race | Nuroad | Was das praktisch bedeutet |
|---|---|---|---|
| Reifenfreiheit | max. 34 mm, serienmäßig meist 33 mm | bis 50 mm, mit Schutzblechen 45 mm | Das Nuroad ist deutlich komfortabler und vielseitiger. |
| Geometrie | Cyclocross Race Geometry, kurz und direkt | Gravel Endurance Geometry, ruhiger und länger ausgelegt | Das Cross Race reagiert schneller, das Nuroad fährt entspannter. |
| Montagepunkte | klar auf Racing reduziert | mit Gepäckträger-, Schutzblech- und Lowrider-Optionen | Das Nuroad taugt eher für Pendeln und Touren. |
| Einsatz | Cyclocross, Wintertraining, Race-Einheiten | Gravel, Pendeln, Bikepacking, Alltag | Das Cross Race ist der Spezialist, das Nuroad der Allrounder. |
Wenn du nur ein Rad für alles willst, ist das Nuroad meist die klügere Wahl. Wenn du aber bewusst ein Rad suchst, das sich schnell, scharf und renntauglich anfühlt, bleibt das Cross Race das ehrlichere Werkzeug. Die Frage ist dann nicht mehr, ob es gut ist, sondern ob es zu deinem Profil passt.
Für wen ich es empfehlen würde
Ich würde ein Cross Race kaufen, wenn ich regelmäßig im Gelände, auf Wiesen, im Schlamm oder in schnellen Trainingsrunden unterwegs bin und ein Rad will, das sich anfühlt wie ein Rennwerkzeug. Auch als Winterrad mit sportlichem Charakter ist es stark, solange du mit schmaleren Reifen leben kannst. Wer Rennen fährt, profitiert zusätzlich von der präzisen Lenkung und dem niedrigen Gewicht beim Tragen.
- Ja, wenn du Cyclocross wirklich fährst oder gezielt darauf trainierst.
- Ja, wenn du ein leichtes Carbonrad für harte Wintereinheiten suchst.
- Ja, wenn dir Direktheit wichtiger ist als Vielseitigkeit.
- Eher nein, wenn du Schutzbleche, Gepäckträger oder dicke Reifen brauchst.
- Eher nein, wenn du ein ruhiges Alltagsrad für lange, gemischte Strecken suchst.
Bei der Größe würde ich nicht blind nach Gefühl kaufen. Die Serie deckt 50, 53, 56, 58 und 61 cm ab, mit einem Reach von etwa 381 bis 406 mm und einem Stack von 520 bis 613 mm. Das ist eine sportliche, kompakte Position. Besonders bei den Modellen mit integriertem Cockpit würde ich sehr genau prüfen, ob die Rahmenhöhe passt, weil der Verstellbereich später weniger flexibel ist als bei einem klassischen Vorbau-Lenker-Setup. Genau diese Feinheiten entscheiden oft mehr als das letzte Gramm am Rahmen.
Diese Details würde ich vor dem Kauf festnageln
Vor dem Bestellen würde ich drei Punkte nicht offenlassen: Reifen, Antrieb und Cockpit. Die serienmäßigen 33-mm-Reifen und die maximale Breite von 34 mm sind für Race-Einsatz gut, aber sie setzen eine klare Grenze. Wenn du denkst, du willst eigentlich 38 bis 45 mm fahren, bist du beim Cross Race schlicht im falschen Segment.
- 2x oder 1x: 2x ist besser für feinere Gangsprünge und gemischte Strecken, 1x ist einfacher und im Matsch oft angenehmer.
- Cockpit: Das integrierte Cockpit der oberen Modelle sieht stark aus, macht spätere Anpassungen aber aufwendiger.
- Gewicht und Limit: 7,0 bis 8,9 kg sind stark, aber das Rad bleibt ein Rennwerkzeug mit 100 kg Fahrerlimit, nicht die Basis für schwere Touren.
- Preis: Das Pro ist vernünftig, das SLX ist mein Favorit, TE und SLT sind nur dann logisch, wenn du den Leistungssprung wirklich ausnutzt.
Mein Fazit ist deshalb ziemlich klar: Das Cube Cross Race ist 2026 ein sehr überzeugender, ehrlicher Cyclocrosser für Fahrer, die Rennen, Tempo und direktes Handling wollen. Wer genau das sucht, bekommt hier eine starke Plattform mit sauberer Abstufung. Wer mehr Alltag, mehr Reifenfreiheit und mehr Flexibilität will, sollte ohne Zögern zum Nuroad greifen.