Wer fahrradpedale wechseln will, braucht vor allem zwei Dinge: die richtige Drehrichtung und das passende Werkzeug. Genau daran scheitern die meisten Versuche, nicht an der Kraft. Ich zeige hier, wie ich Pedale sauber ausbaue, neue Pedale ohne Kreuzgewinde montiere und worauf ich achte, wenn etwas fest sitzt oder schon beschädigt ist.
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick
- Das rechte Pedal hat ein normales Rechtsgewinde, das linke ein Linksgewinde.
- Zum Lösen dreht das rechte Pedal gegen den Uhrzeigersinn, das linke im Uhrzeigersinn.
- Meist reichen ein 15-mm-Pedalschlüssel oder ein 8-mm-Inbus; 6 mm ist oft zu knapp.
- Gewinde vor der Montage reinigen und mit einem dünnen Fettfilm versehen.
- Neue Pedale immer zuerst von Hand ansetzen, erst danach mit Werkzeug festziehen.
- Wenn Pedale fest sitzen, helfen Hebel, Geduld und sauberes Arbeiten mehr als rohe Gewalt.
Warum die Drehrichtung beim Pedalwechsel alles entscheidet
Das Grundprinzip ist simpel, wird aber fast immer verwechselt: Rechts ist rechts, links ist gespiegelt. Das rechte Pedal hat ein Rechtsgewinde, das linke Pedal ein Linksgewinde. Von außen betrachtet heißt das: rechts löst du gegen den Uhrzeigersinn, links im Uhrzeigersinn. Park Tool beschreibt genau diese Logik, und sie verhindert, dass sich die Pedale beim Fahren selbst lösen.
| Seite | Gewinde | Zum Lösen | Zum Festziehen |
|---|---|---|---|
| Rechtes Pedal | Rechtsgewinde | Gegen den Uhrzeigersinn | Im Uhrzeigersinn |
| Linkes Pedal | Linksgewinde | Im Uhrzeigersinn | Gegen den Uhrzeigersinn |
Ich merke mir das als Spiegelbild: Die linke Seite ist nicht kompliziert, nur gedreht. Wer diese Regel einmal sauber verinnerlicht, spart sich den häufigsten Fehler und schont nebenbei auch das Gewinde. Mit der Drehrichtung im Kopf wird die Werkzeugfrage deutlich leichter.

Werkzeug und Vorbereitung, damit nichts ausnudelt
Für die meisten Räder brauche ich erstaunlich wenig: einen Pedalschlüssel oder Inbusschlüssel, ein sauberes Tuch, etwas Fett und idealerweise einen Drehmomentschlüssel. Shimano nennt für viele Pedale einen 8-mm-Inbus oder einen 15-mm-Schlüssel und gibt bei zahlreichen Modellen ein Anzugsmoment von 35 bis 55 Nm an. Das ist deutlich mehr, als man aus dem Handgelenk sauber einschätzt.
| Werkzeug | Wofür ich es nutze | Mein Hinweis aus der Praxis |
|---|---|---|
| 15-mm-Pedalschlüssel | Viele Flatpedals, City- und Trekkingpedale | Bringt viel Hebel, braucht aber genug Platz an der Kurbel |
| 8-mm-Inbusschlüssel | Pedale mit Innensechskant an der Achse | Oft die angenehmere Lösung bei engen Kurbeln |
| 6-mm-Inbusschlüssel | Nur bei manchen Modellen | Reicht an vielen Pedalen nicht für genug Kraft |
| Drehmomentschlüssel | Finales Festziehen | Hilft, das Herstellerdrehmoment wirklich zu treffen |
| Fett oder Montagepaste | Gewinde vor der Montage | Dünn auftragen, nicht zuschmieren |
Ich stelle das Rad dabei möglichst stabil auf, am liebsten in einen Montageständer. Wenn keiner da ist, reicht auch ein sicher stehendes Fahrrad mit ruhiger Kurbelposition. Wichtig ist nur, dass ich den Schlüssel kontrolliert drücken kann und nicht am Rahmen oder am Boden herumrutsche. Sobald alles bereitliegt, kann der Ausbau sauber und ohne Gewalt starten.
Alte Pedale sauber abschrauben
Der Ausbau gelingt am entspanntesten, wenn ich mir zuerst die Seite und die Werkzeugaufnahme ansehe. Viele Pedale sind mit R und L markiert, und genau diese Markierung nehme ich ernst. Wenn die Achse außen eine 15-mm-Fläche hat, greife ich zum Pedalschlüssel; sitzt an der Innenseite ein Sechskant, nutze ich den Inbus.
- Ich prüfe, ob das Pedal rechts oder links sitzt.
- Ich setze das Werkzeug vollständig und gerade an, damit nichts abrutscht.
- Ich drehe in die richtige Richtung und drücke kontrolliert, nicht ruckartig.
- Sobald sich das Pedal löst, arbeite ich langsam weiter, bis es von Hand herausgeht.
- Ich kontrolliere die ersten Gewindegänge auf Schmutz, Rost oder Beschädigungen.
Ich beginne meist mit der Antriebsseite, weil sie oft leichter zugänglich ist. Wenn ein Pedal erst knackt und dann wieder schwer geht, stoppe ich kurz und prüfe den Sitz des Werkzeugs. Genau dort entstehen sonst die aufgerundeten Kanten, die später jede Demontage zum Ärger machen. Der Ausbau ist der halbe Job - die Montage entscheidet, ob das später ruhig läuft oder knarzt.
Neue Pedale richtig montieren
Vor dem Einschrauben reinige ich die Gewinde mit einem Lappen. Ein dünner Fettfilm reicht dann völlig aus; er verhindert nicht nur Festfressen, sondern macht spätere Wartung deutlich angenehmer. Falls der Hersteller eine Montagepaste, eine Unterlegscheibe oder eine besondere Reihenfolge vorgibt, hat diese Vorgabe Vorrang vor jeder Standardregel.
- Ich lege das richtige Pedal auf die passende Seite.
- Ich schraube es erst einmal von Hand ein, mindestens zwei bis drei Umdrehungen.
- Wenn das Gewinde sauber greift, nehme ich das Werkzeug und ziehe weiter an.
- Ich achte darauf, dass das Pedal gerade läuft und nicht schräg ansetzt.
- Zum Schluss ziehe ich mit dem passenden Drehmoment fest.
Das ist der Punkt, an dem ich nie nachlässig werde: Wenn ein Pedal schon bei den ersten Gewindegängen Widerstand zeigt, wird nicht gedrückt. Dann kommt es wieder raus und wird neu angesetzt. Ein verkantetes Pedal zerstört die Gewindegänge schneller, als man den Fehler korrigieren kann. Shimano nennt bei vielen Pedalen 35 bis 55 Nm; das ist fest, aber nicht brachial. Ein 6-mm-Inbus ist dafür bei manchen Modellen zu schwach, deshalb prüfe ich vorab immer die konkrete Aufnahme.
Wenn Pedale fest sitzen oder das Gewinde schon gelitten hat
Hier lohnt sich Geduld mehr als Kraft. Ich setze zuerst einen längeren Hebel an und löse noch einmal bewusst in der richtigen Richtung. Wenn sich gar nichts bewegt, hilft oft etwas Kriechöl an der Übergangsstelle zwischen Pedalachse und Kurbel, danach lasse ich die Verbindung eine Weile arbeiten. Bei Metallkurbeln kann auch vorsichtige Wärme helfen, bei Carbonkurbeln verzichte ich darauf komplett.
- Bei Carbon bleibe ich bei sanften Mitteln. Wärme und grobe Gewalt sind dort keine gute Idee.
- Bei Aluminium kann kontrollierte Erwärmung helfen, aber nur mit Gefühl und ohne Hektik.
- Wenn der Schlüssel abrutscht, stoppe ich sofort. Ein rundes Werkzeugprofil ist später oft schlimmer als das feste Pedal.
- Bei schiefem Lauf oder rauem Einschraubgefühl prüfe ich das Gewinde, bevor ich weiterdrehe.
- Bei ausgerissenen Gewinden ist eine Reparatur mit Einsatz oder Gewindebuchse möglich, aber das ist eher Werkstattarbeit.
Ich würde an dieser Stelle nie auf Teufel komm raus weiterdrehen. Ein festgegammeltes Pedal ist ärgerlich, aber eine zerstörte Kurbel ist teurer. Wer sauber arbeitet und den Fehler rechtzeitig erkennt, spart sich den größten Teil des Schadens. Welche Pedale du überhaupt vor dir hast, verändert die Arbeit nur leicht - aber genau diese Unterschiede sollte man kennen.
Flatpedals, Klickpedale und Rennradpedale unterscheiden sich nur im Detail
Der eigentliche Gewindewechsel bleibt immer gleich, doch die Bauform bestimmt, wie bequem du an die Achse kommst. Bei Flatpedals sitzt die Werkzeugfläche oft außen am Körper, bei Klickpedalen ist der Innensechskant an der Achse häufig die angenehmere Lösung. Ich schaue deshalb vor jeder Arbeit kurz auf die Pedalachse, statt einfach blind mit dem ersten Schlüssel anzusetzen.
| Pedaltyp | Typische Aufnahme | Praktischer Hinweis |
|---|---|---|
| Flatpedals | Oft 15 mm, manchmal 8 mm Inbus | Mehr Hebel, aber der Pedalkörper kann den Zugriff erschweren |
| MTB-Klickpedale | Meist 8 mm Inbus, je nach Modell auch 15 mm | Die Gewinde sind robust, aber Dreck und Feuchtigkeit setzen ihnen schneller zu |
| Rennradpedale | Oft 8 mm Inbus oder 15 mm Schlüssel | Bei engen Kurbeln ist der Innensechskant oft sauberer zu bedienen |
Die Gewinderichtung bleibt dabei trotzdem unverändert: rechts normal, links gespiegelt. Das ist der Teil, den man sich nicht jedes Mal neu überlegen sollte. Wenn der Pedaltyp einmal klar ist, wird der Wechsel eher zu einer Routine als zu einer Schrauberei mit Fragezeichen. Am Ende bleibt noch der kurze Check, den ich vor der ersten Fahrt nie auslasse.
Die Details, die ich vor der ersten Fahrt prüfe
Bevor das Rad wieder auf die Straße oder den Trail geht, gehe ich die Montage einmal ruhig durch. Ich prüfe, ob beide Pedale vollständig sitzen, ob die Markierung stimmt und ob die Achse ohne seitliches Spiel läuft. Außerdem wische ich überschüssiges Fett weg, damit es später nicht auf Schuhsohlen oder Kurbelarme verteilt wird.
- Sitzt jedes Pedal bündig und ohne sichtbaren Spalt?
- Greift das Gewinde sauber und ohne Geräusche?
- Fühlt sich die Lagerung beim Drehen ruhig an?
- Ist die richtige Seite montiert, also R rechts und L links?
- Wurde das finale Drehmoment wirklich erreicht?
Wenn das alles passt, ist der Wechsel erledigt. Für mich ist ein Pedal erst dann wirklich fertig montiert, wenn es nach der ersten Ausfahrt unauffällig bleibt - ohne Knacken, ohne Spiel und ohne dass man an die Gewinde noch einmal ran muss.