Juliette Labous gehört zu den Rennfahrerinnen, die sich nicht über einen einzigen Ausreißer definieren, sondern über jahrelange Stabilität auf höchstem Niveau. Wer ihre Laufbahn verstehen will, muss auf mehr als Ergebnisse schauen: Es geht um Bergstärke, Zeitfahren, Taktik und die Frage, warum sie im Frauenradsport als verlässliche Gesamtwertungsfahrerin gilt.
Die wichtigsten Fakten zur französischen Rundfahrerin auf einen Blick
- Geboren am 4. November 1998 in Roche-lez-Beaupré, Frankreich.
- 2026 fährt sie für FDJ United-SUEZ; in offiziellen Listen taucht inzwischen auch der Name Berthet auf.
- Ihr Profil verbindet Klettern, Ausdauer und ein solides Einzelzeitfahren.
- Zu ihren stärksten Referenzen zählen der Gesamtsieg bei Vuelta a Burgos Feminas, Grand-Tour-Podestplätze und Rang vier im olympischen Einzelzeitfahren.
- Für mich ist sie vor allem eine Fahrerin für harte Etappen und lange Rundfahrten, nicht für laute Gesten.

Wer die Französin im Peloton auszeichnet
Ich lese ihre Biografie als typischen Weg einer Fahrerin, die schon früh mehr Substanz als Show mitgebracht hat. Geboren am 4. November 1998 in Roche-lez-Beaupré, stieg sie aus dem französischen Nachwuchs heraus in die WorldTour auf und fuhr ab 2017 bei Team Sunweb, später in den DSM-Teams und seit 2025 bei FDJ-SUEZ.
| Fakt | Einordnung |
|---|---|
| Geburtsdatum | 4. November 1998 |
| Geburtsort | Roche-lez-Beaupré |
| Nationalität | Frankreich |
| Team 2026 | FDJ United-SUEZ |
| Rennprofil | Bergfahrerin mit starker Zeitfahrbasis |
Diese Basis erklärt viel, aber noch nicht alles. Entscheidend ist, wie aus Talent ein Rennprofil wurde, das auf langen Anstiegen und in der Gesamtwertung wirklich gefährlich ist. Genau darauf lohnt sich der Blick im nächsten Abschnitt.
Vom Nachwuchs zur festen WorldTour-Größe
Schon in der Nachwuchsklasse sammelte sie Titel auf Straße und im Zeitfahren, und genau dieses Doppelprofil zieht sich später durch ihre Profikarriere. Der Wechsel in die WorldTour war deshalb kein Sprung ins Ungewisse, sondern die konsequente Fortsetzung eines Fahrertypus, der früh auf Vielseitigkeit setzte.
Spätestens ab 2017 bei Team Sunweb wurde klar, dass sie nicht nur Talent, sondern auch Rennhärte mitbringt. Wer mehrere Teamphasen übersteht, ohne seine Rolle zu verlieren, ist im modernen Frauenradsport oft schon näher an der Spitze, als es ein einzelner Saisonsieg vermuten lässt.
Genau deshalb ist ihr Weg interessant: Er zeigt, wie aus guter Nachwuchsarbeit eine verlässliche WorldTour-Fahrerin wird, die in schweren Rennen nicht nur mitfährt, sondern mitdenken muss. Der nächste Punkt ist fast wichtiger als die Historie selbst: ihr Rennprofil.
Warum ihre Stärke in Bergen und im Zeitfahren liegt
Bei Labous ist das Zusammenspiel aus Kletterstärke und Einzelzeitfahren der eigentliche Hebel. ITT steht für Individual Time Trial, also das Einzelzeitfahren gegen die Uhr, und genau dort trennt sich bei Rundfahrerinnen schnell reine Kletterqualität von echter Gesamtwertungstauglichkeit.
Ich halte sie für eine Fahrerin, die in harten Etappen selten unnötig viel verliert und dadurch in Grand Tours konkurrenzfähig bleibt. Das ist im Frauenradsport ein großer Unterschied: Wer in den Bergen gut ist, aber im Zeitfahren schwächelt, bleibt oft an der Oberfläche der Gesamtwertung hängen. Wer beides verbindet, bleibt im Rennen um die entscheidenden Minuten.
Das Profil der Tour de France Femmes führt derzeit 11 Siege und 34 Podestplätze. Diese Zahlen sind nicht das Kennzeichen einer reinen Spezialistin, sondern das einer Fahrerin, die über Jahre konstant auf hohem Niveau punktet. Von hier ist es nur ein kleiner Schritt zu den Resultaten, an denen man ihre Klasse am klarsten abliest.Die Resultate, an denen man ihre Klasse abliest
Die besten Einordnungen kommen nicht aus Schlagworten, sondern aus Platzierungen. Genau deshalb helfen ein paar harte Ergebnisse mehr als jede glatte Beschreibung.
| Jahr | Ergebnis | Warum das zählt |
|---|---|---|
| 2020 | Französische Meisterin im Einzelzeitfahren | Belegt, dass sie nicht nur bergauf, sondern auch gegen die Uhr Substanz hat. |
| 2022 | Gesamtsieg bei Vuelta a Burgos Feminas, dazu ein Etappensieg im Giro d’Italia Women | Der Punkt, an dem aus einer guten Rundfahrerin eine echte Siegerin wurde. |
| 2023 | 2. im Giro d’Italia Women, 5. bei der Tour de France Femmes, 5. im WM-Zeitfahren | Das ist die Bestätigung, dass sie auf Grand-Tour-Niveau nicht zufällig vorne landet. |
| 2024 | Französische Meisterin auf der Straße, 4. im olympischen Einzelzeitfahren | Zeigt Breite: Klassikerfähigkeit und Zeitfahrleistung auf internationalem Spitzenlevel. |
| 2025 | 4. Strade Bianche, 5. Vuelta España Femenina, 2. nationale ITT | Belegt, dass sie im neuen Team sofort auf hohem Niveau blieb. |
Genau diese Mischung ist im modernen Frauenradsport wertvoll: Ein Spezialgebiet reicht für Schlagzeilen, aber für Gesamtwertungsergebnisse braucht man Wiederholbarkeit. Der nächste Punkt ist deshalb ihr aktuelles Umfeld und die Frage, warum ihr Name 2026 in offiziellen Listen anders auftaucht.
Warum ihr Name 2026 in offiziellen Listen anders auftaucht
In den aktuellen Listen der UCI wird sie 2026 als Juliette Berthet geführt, bei vielen Fans und in älteren Ergebnisbüchern ist aber weiterhin der Name Labous präsent. Für mich ist das kein Detail für Pedanten, sondern ein praktischer Hinweis: Wer Startlisten, Rankings oder Rennergebnisse liest, sollte beide Schreibweisen kennen.
Sportlich bleibt die Einordnung klar. Seit dem Wechsel zu FDJ-SUEZ fährt sie in einem Kader, der auf Bergfahrten und Gesamtwertung ausgerichtet ist, und im Verband ist sie inzwischen auch in der Athletenvertretung aktiv. Das zeigt, dass sie nicht nur als Rennfahrerin, sondern auch als Stimme im Sport ernst genommen wird.
Damit ist die Gegenwart geklärt. Was man aus ihrer Laufbahn ableiten kann, ist fast noch interessanter als die bloßen Platzierungen.
Was ihre Karriere über moderne Rundfahrerinnen verrät
Ich halte sie für ein gutes Beispiel dafür, wie sich Erfolg im Frauenradsport heute zusammensetzt: nicht aus einem einzigen Superergebnis, sondern aus vielen soliden Tagen, an denen man nicht einbricht. Wer als Rundfahrerin bestehen will, braucht drei Dinge zugleich: gute Kletterwerte, ein belastbares Zeitfahren und die Ruhe, auch nach Rückschlägen im Rennen sauber zu handeln.
- Wer nur im Berg glänzt, bleibt oft abhängig von Fremdhilfe.
- Wer nur im Zeitfahren stark ist, verliert auf harten Mittelgebirgsetappen zu viel.
- Wer beides zusammenbringt, kann in GC-Rennen wirklich etwas reißen.
Genau deshalb ist ihre Laufbahn für Fans so lesenswert: Sie zeigt, wie eine Fahrerin über Jahre zu einer verlässlichen Figur für harte Etappen, lange Rennen und ambitionierte Teams wird, ohne sich auf eine einzige Rolle reduzieren zu lassen.