Kalkhoff Image 5.B Advance+ Test - Lohnt es sich noch?

Graues Kalkhoff Image 5.b Advance+ E-Bike mit Gepäckträger und Riemenantrieb, bereit für den Test.

Geschrieben von

Emanuel Strobel

Veröffentlicht am

8. Apr. 2026

Inhaltsverzeichnis

Das Kalkhoff Image 5.B Advance+ ist ein City-Pedelec für alle, die im Alltag mehr Wert auf Ruhe, Komfort und Stabilität legen als auf ein möglichst geringes Gewicht. In diesem Artikel ordne ich das Modell anhand der echten Testwerte, der Ausstattung und des heutigen Gebrauchsmarkt-Kontexts ein: Wie weit kommt es wirklich, wie fährt es sich in der Stadt, wo liegen die Grenzen und wann lohnt sich eher die neuere Image-5+-Generation?

Was das Kalkhoff Image 5.B Advance+ im Alltag stark macht

  • 625-Wh-Akku und Bosch-Antrieb mit 65 Nm liefern solide Unterstützung für Stadtfahrten und Tagesausflüge.
  • 78 Kilometer Reichweite im Test sind realistisch genug für Pendelstrecken, aber weit weg von der Werksangabe von bis zu 150 Kilometern.
  • 170 Kilogramm zulässiges Gesamtgewicht machen das Rad interessant für schwere Fahrer und viel Gepäck.
  • 30,1 Kilogramm Testgewicht bedeuten: sehr stabil, aber nichts für Treppen oder häufiges Tragen.
  • Komfort und Sicherheit sind die eigentliche Stärke, nicht Sportlichkeit oder Leichtbau.
  • 2026 wirkt das Rad vor allem dann attraktiv, wenn Preis und Zustand eines Gebrauchtangebots stimmen.

Warum dieses City-E-Bike im Test überzeugt

Im Test von IMTEST kam das Kalkhoff Image 5.B Advance+ auf ein gutes 1,8 und wurde als Preis-Leistungs-Sieger mit Federgabel eingeordnet. Genau das passt auch zu meinem Eindruck: Das Rad will nicht mit Rekordwerten glänzen, sondern mit einem stimmigen Gesamtpaket für den Alltag. Es fährt sich souverän, vermittelt Sicherheit und bleibt auch mit Zuladung noch kontrollierbar.

Besonders wichtig ist die Einordnung der Reichweite. Die Werksangabe von bis zu 150 Kilometern klingt großzügig, im Test blieben davon 78 Kilometer übrig. Das ist kein Schwachpunkt, sondern ein realistischer Wert, an dem man sich orientieren kann. Wer im Alltag mit moderater Unterstützung fährt, bekommt damit ein brauchbares City-E-Bike. Wer dauerhaft hohe Unterstützung, Gegenwind und Steigungen kombiniert, landet deutlich früher am Ladegerät.

Testpunkt Was auffällt Was das im Alltag bedeutet
Reichweite 78 km im Test Gut für Pendeln und längere Stadtfahrten, aber keine Wunderwerte
Gewicht 30,1 kg Stabil auf der Straße, schwer beim Tragen
Zuladung 170 kg Gesamtgewicht Auch für kräftigere Fahrer und Gepäck interessant
Fahrgefühl Sehr gut auf unterschiedlichen Untergründen Ruhig, sicher und angenehm kontrollierbar
Bremsen Gute Ergebnisse bei Vollbremsungen Vertrauenerweckend im Stadtverkehr

Für mich ist genau diese Mischung der Kern des Rads: keine Show, sondern verlässliche Alltagstechnik. Daraus ergibt sich direkt die nächste Frage, nämlich wie stark Antrieb und Akku im echten Fahren sind.

Dunkelgraues Kalkhoff Image 5.b Advance+ E-Bike mit Gepäckträger und Riemenantrieb, bereit für den Test.

Antrieb, Akku und Reichweite im Alltag

Der Bosch-Antrieb mit 65 Newtonmetern ist für ein City-Pedelec völlig brauchbar. Er drückt nicht brutal nach vorne, sondern unterstützt gleichmäßig und berechenbar. Das ist im Alltag oft angenehmer als ein nervöser, aggressiver Motor, besonders wenn man an Ampeln anfahren, durch enge Straßen manövrieren oder mit Einkaufstasche unterwegs sein will.

Der 625-Wh-Akku ist die eigentliche Stärke des Systems. Er liefert genug Reserven, um nicht ständig auf die Prozentanzeige zu starren. Im Test entspricht die reale Reichweite grob einem Verbrauch von rund 7,5 Wh pro Kilometer. Das ist ein ordentlicher Wert für ein voll ausgestattetes City-E-Bike mit Komfortausstattung. Wer leichter fährt, spart zusätzlich Energie. Wer dagegen oft in hoher Unterstützungsstufe, mit Gegenwind oder an Steigungen unterwegs ist, sollte mit spürbar weniger rechnen.

Auch die Ladezeit ist alltagstauglich. Von leer bis voll braucht der Akku laut Datenblatt knapp 4,9 Stunden. Das ist praktisch, wenn das Rad nachts in der Garage oder im Hausflur geladen wird. In der Stadt zählt für mich genau das: nicht maximale Theorie, sondern verlässliche Routine.

Unterm Strich ist der Antrieb für ein komfortorientiertes City-Pedelec gut abgestimmt. Er ist nicht der stärkste im Markt, aber er passt zur Charakteristik des Rads. Und genau deshalb lohnt sich der Blick auf das Fahrgefühl auf der Straße als Nächstes.

So fährt sich das Rad in der Stadt und auf Tour

Das Image 5.B Advance+ ist klar auf eine aufrechte, entspannte Sitzhaltung ausgelegt. Man sitzt nicht sportlich gestreckt, sondern kontrolliert und bequem. Für den Stadtverkehr ist das ein echter Vorteil, weil man Verkehr und Umfeld besser im Blick behält und nicht ständig das Gefühl hat, auf dem Rad arbeiten zu müssen.

Die Federgabel und die gefederte Sattelstütze sorgen dafür, dass Kopfsteinpflaster, Bordsteinkanten und schlechte Radwege nicht sofort durchschlagen. Dazu kommen breite Reifen, die das Rad ruhiger laufen lassen. Ich würde das Fahrgefühl als komfortbetont und souverän beschreiben, nicht als besonders agil. Genau das ist gewollt. Wer mehr Wendigkeit oder einen spritzigen Antritt sucht, wird hier nicht das Lieblingsrad finden.

Die Kehrseite liegt auf der Hand: Mit über 30 Kilogramm ist das Rad schwer. Das merkt man beim Schieben, Rangieren und vor allem dann, wenn es Treppen hoch oder in einen Keller getragen werden muss. Auch der Antritt in der niedrigsten Unterstützungsstufe wirkt etwas behäbig. Für kurze Stop-and-go-Passagen ist das okay, aber es bleibt ein Komfortbike, kein Flitzer.

  • Gut für Pendeln, Einkäufe und ruhige Tagesausflüge.
  • Weniger gut für enge Treppenhäuser, häufiges Tragen und sehr sportliche Fahrweise.
  • Besonders angenehm auf schlechten Stadtwegen, an Kanten und auf längeren Strecken mit gleichmäßigem Tempo.

Genau an dieser Stelle wird klar, warum die Ausstattung und die Traglast für die Bewertung so wichtig sind.

Ausstattung, Traglast und Sicherheitsreserve

Ein zentraler Punkt beim Image 5.B Advance+ ist das zulässige Gesamtgewicht von 170 Kilogramm. Das ist kein Nebendetail, sondern ein echtes Kaufargument. Das Gesamtgewicht umfasst Rad, Fahrer und Gepäck. Wer also selbst etwas kräftiger gebaut ist oder regelmäßig mit Taschen, Laptop und Einkäufen fährt, bekommt hier mehr Reserve als bei vielen Standard-Pedelecs.

Die Bremsen liefern laut Test einen sicheren Eindruck, auch bei abrupten Bremsmanövern im Stadtverkehr. Das ist wichtig, weil schwere City-E-Bikes mit Zuladung deutlich mehr Massenträgheit mitbringen. Ein gutes Bremsgefühl ist dann nicht Luxus, sondern Sicherheitsgrundlage.

Auch das Komfortkonzept ist konsequent umgesetzt. Breite Reifen, Federgabel und die aufrechte Sitzposition machen das Rad nicht nur bequemer, sondern auch berechenbarer. Das hört sich unspektakulär an, ist aber genau der Punkt: Viele Alltagsfahrer merken erst nach einigen Wochen, wie viel ein ruhiger Geradeauslauf, sauberes Bremsverhalten und eine entspannte Ergonomie wert sind.

Wenn man die Ausstattung so betrachtet, stellt sich 2026 fast automatisch die Frage, ob man noch dieses Modell kaufen sollte oder lieber zur neueren Generation greift.

Wann ich heute eher zum neuen Image 5+ Advance greife

Die aktuelle Image-5+-Generation ist deutlich stärker positioniert als das ältere 5.B Advance+. Sie bringt 85 Nm, einen 800-Wh-Akku und ein zulässiges Gesamtgewicht von 180 Kilogramm mit. Dazu kommen ein moderner Riemenantrieb und eine stufenlose Schaltung, was die Wartung im Alltag reduziert und den Charakter des Rads noch komfortorientierter macht.

Kriterium Image 5.B Advance+ Aktuelle Image-5+-Generation
Motor 65 Nm 85 Nm
Akku 625 Wh 800 Wh
Gesamtgewicht 170 kg 180 kg
Gewicht im Test 30,1 kg 33 bis 34 kg
Antrieb klassische 5-Gang-Alltagsauslegung Riemen mit stufenloser Schaltung
Charakter komfortabel, solide, gebraucht interessant kräftiger, moderner, langfristig die rundere Wahl

Meine praktische Einordnung ist deshalb klar: Das Image 5.B Advance+ lohnt sich heute vor allem dann, wenn du ein gut erhaltenes Gebrauchtbike zu einem vernünftigen Preis findest. Dann bekommst du ein komfortables, stabiles City-E-Bike mit ehrlicher Reichweite und guter Zuladung. Sobald der Preis aber zu nah an einer aktuellen Neumodell-Realität liegt, kippt die Rechnung schnell zugunsten der neuen Generation.

Für schwere Fahrer, Pendler mit Gepäck und Menschen, die ein ruhiges City-Pedelec suchen, bleibt das Modell ein sinnvoller Kauf. Wer dagegen maximale Leistung, mehr Reichweite und die modernere Antriebstechnik will, sollte direkt zur neuen Image-5+-Reihe greifen. Für mich ist das kein bloßes Update, sondern ein echter Technologiesprung.

Häufig gestellte Fragen

Im Test erreichte das Kalkhoff Image 5.B Advance+ eine reale Reichweite von 78 Kilometern. Dies ist ein realistischer Wert für Pendelstrecken und längere Stadtfahrten, weicht aber von der Werksangabe von bis zu 150 Kilometern ab.

Ja, das Pedelec hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 170 Kilogramm. Das macht es ideal für kräftigere Fahrer oder den Transport von viel Gepäck, wie Einkäufen oder einer Laptoptasche.

Das Rad bietet eine aufrechte Sitzposition, Federgabel und gefederte Sattelstütze für hohen Komfort auf schlechten Wegen. Der Bosch-Antrieb unterstützt gleichmäßig, was das Fahren in der Stadt angenehm und sicher macht.

Die neuere Image-5+-Generation bietet 85 Nm Drehmoment, einen 800-Wh-Akku und 180 kg Gesamtgewicht. Wenn maximale Leistung, mehr Reichweite und modernere Technik wie Riemenantrieb gewünscht sind, ist das neuere Modell die bessere Wahl.

Ein gebrauchtes Kalkhoff Image 5.B Advance+ ist eine gute Option, wenn es zu einem fairen Preis und in gutem Zustand erhältlich ist. Es bietet ein komfortables, stabiles City-E-Bike mit ehrlicher Reichweite und guter Zuladung für den Alltag.

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Emanuel Strobel

Emanuel Strobel

Ich bin Emanuel Strobel und beschäftige mich seit über einem Jahrzehnt intensiv mit Fahrradtechnik, Radsport und Bikepacking. In dieser Zeit habe ich umfassende Erfahrungen in der Analyse von Markttrends und der Entwicklung innovativer Lösungen in der Branche gesammelt. Mein Ziel ist es, komplexe technische Informationen verständlich zu machen und dabei stets objektiv und faktengestützt zu arbeiten. Als spezialisierter Redakteur bringe ich tiefgehendes Wissen über die neuesten Technologien und Trends im Radsport mit. Ich lege großen Wert darauf, aktuelle Entwicklungen zu verfolgen und meinen Lesern präzise und verlässliche Informationen zu bieten. Mein Engagement gilt der Förderung einer informierten und begeisterten Fahrrad-Community, die das Radfahren in all seinen Facetten schätzt und lebt.

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