Das Simplon Grid ist ein Gravelbike für alle, die auf Asphalt schnell bleiben und auf Schotter nicht sofort an Grenzen stoßen wollen. Entscheidend sind hier nicht nur Rahmen und Gewicht, sondern auch Geometrie, Reifenfreiheit, Stauraum und die Frage, ob die E-Variante zu deinem Einsatz passt. Genau diese Punkte ordne ich im folgenden Überblick ein, damit du das Rad nicht nach Prospekt, sondern nach deinem Fahrprofil bewertest.
Die wichtigsten Punkte zum Grid auf einen Blick
- Leichter Carbonrahmen mit 1.150 g in Größe M und einem Gesamtgewicht ab 8,24 kg.
- 40 mm sind der sinnvolle Standard, bis 45 mm passen ohne Schutzbleche.
- 10 Montagepunkte am Rahmen und 6 an der Gabel machen das Rad bikepacking-tauglich.
- Die klassische Version ist für sportliche Fahrer interessant, die E-Version für lange Tage, Gegenwind und Höhenmeter.
- Die Preise starten aktuell bei 3.499 Euro für das klassische Rad und 4.999 Euro für die motorunterstützte Variante.
- Die Ausstattung entscheidet stark über den Charakter: 1x oder 2x, Reifenbreite, Gepäcklösung und Cockpit sind hier wichtiger als reine Optik.
Was das Grid im Kern ausmacht
Ich würde das Grid nicht als Spezialisten für grobe Trails lesen, sondern als sportliches Allround-Gravel mit klarer Tendenz zu Tempo und Reichweite. Der Carbonrahmen ist in Größe M mit 1.150 Gramm sehr leicht, das komplette Rad startet bei 8,24 Kilogramm, und genau das merkt man auf langen Strecken: Antritte wirken direkt, das Rad bleibt aber nicht nervös.
Die Geometrie ist eher auf Ruhe als auf Verspieltheit ausgelegt. Ein längerer Radstand, ein tieferes Tretlager und ein etwas flacherer Lenkwinkel geben dir bei Tempo mehr Kontrolle, gerade wenn der Untergrund schlechter wird. Das ist ein Plus für Tourenfahrer und Bikepacker, kann aber für enge, technische Passagen etwas weniger spritzig wirken als bei sehr kurzen Gravelrahmen.
Der praktische Punkt dahinter ist simpel: Dieses Rad will nicht nur schnell sein, sondern auch stabil bleiben, wenn die Route unruhig wird. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf die Details an Gabel, Reifen und Anbaumöglichkeiten.

Wie die Technik das Fahrgefühl prägt
Beim Grid steckt der Charakter nicht in einem einzelnen Feature, sondern in der Kombination aus Rahmen, Gabel, Reifen und Zubehörmöglichkeiten. Das ist wichtig, weil ein Gravelbike in der Praxis nur so gut ist wie sein Gesamtsystem.
| Merkmal | Was es bringt | Warum es beim Kauf zählt |
|---|---|---|
| Carbonrahmen | Geringes Gewicht und ein direkteres Fahrgefühl | Hilft auf langen Touren und bei häufigen Antritten |
| Raptor-Dropout an der Gabel | Mehr Nachgiebigkeit vorne, etwas mehr Komfort | Spürbar auf rauem Untergrund und auf längeren Strecken |
| 40 mm Reifen als Standard | Guter Mix aus Tempo und Traktion | Für gemischte Wege meist die vernünftigste Wahl |
| 45 mm Reifenfreiheit | Mehr Volumen, mehr Komfort, mehr Reserven | Sinnvoll, wenn du öfter auf losem Untergrund fährst |
| Storagebox im Unterrohr | Werkzeug, Schlauch oder Snacks sind sauber verstaut | Praktisch für Kurztrips ohne zusätzliche Rahmentasche |
| 10 Montagepunkte am Rahmen, 6 an der Gabel | Viele Optionen für Taschen und Zubehör | Ein echter Vorteil für Bikepacking und längere Reisen |
| Systemgewicht 130 kg | Zeigt, wie viel Gesamtlast das Setup verträgt | Wichtig, wenn du mit Gepäck, Zubehör und Körpergewicht planst |
| Optionale 40-mm-Federgabel | Mehr Komfort auf ruppigen Strecken | Interessant, wenn du Komfort über Minimalgewicht stellst |
Mein Fazit zu dieser Baustelle: Das Grid ist durchdacht, aber nicht auf „nacktes Leichtgewicht um jeden Preis“ getrimmt. Wer hauptsächlich Asphalt fährt, wird viele der Lösungen kaum ausreizen; wer aber regelmäßig zwischen Straße, Schotter und Gepäck wechselt, bekommt genau die richtige Mischung. Genau an dieser Stelle wird die Frage interessant, ob du die klassische Version oder die motorunterstützte Variante willst.
Classic oder E-Version welches Modell zu dir passt
Die wichtigste Kaufentscheidung ist nicht die Farbe, sondern die Frage, ob du Motorunterstützung wirklich brauchst. Für mich hängt das weniger an einem allgemeinen „Ja“ oder „Nein“, sondern an deinem Profil: Strecke, Höhenmeter, Gepäck und Gegenwind.
| Kriterium | Klassische Version | E-Version |
|---|---|---|
| Gewicht | Ab 8,24 kg | Ab 12,69 kg |
| Antrieb | Keiner, direktes Bio-Gravel-Gefühl | TQ-HPR60 mit 60 Nm und 250 W |
| Akku | Nicht vorhanden | 290 Wh, optional zusätzlicher Range Extender mit 160 Wh |
| Preis | Ab 3.499 Euro | Ab 4.999 Euro |
| Fahrgefühl | Leichter, unmittelbarer, sportlicher | Ruhiger bergauf, entspannter bei Gegenwind und mit Gepäck |
| Sinnvoll für | Training, sportliche Touren, Puristen | Lange Tage, viele Höhenmeter, Pendeln, Bikepacking |
Ich würde die E-Version nur dann wählen, wenn sie einen klaren Mehrwert erzeugt: viele Höhenmeter, häufige Gegenwinde, längere Pendelstrecken oder Bikepacking mit Gepäck. Für reine Fitnessfahrten auf welligem Asphalt ist das klassische Rad meist die ehrlichere und leichtere Lösung. Wer hingegen regelmäßig mehr Strecke machen will, ohne jedes Mal an der Belastungsgrenze zu fahren, bekommt mit der Unterstützung einen spürbaren Sicherheitsgewinn im Tagesablauf.
Welche Ausstattung ich beim Kauf priorisieren würde
Das Rad lässt sich sinnvoll konfigurieren, und genau hier liegt der größte Hebel. Ich würde nicht zuerst auf Extras schauen, sondern auf die Bauteile, die das Fahrgefühl wirklich verändern.
| Entscheidung | Wenn du ... | Dann würde ich ... |
|---|---|---|
| 1x-Antrieb | einfach, übersichtlich und wartungsarm fahren willst | eine 1x-Schaltung nehmen |
| 2x-Antrieb | viel Asphalt fährst, schneller unterwegs bist oder feine Gangabstufung magst | eine 2x-Schaltung wählen |
| 40-mm-Reifen | gemischte Wege fährst und einen sauberen Kompromiss suchst | bei 40 mm bleiben |
| 45-mm-Reifen | mehr Komfort, mehr Grip und mehr Reserven willst | auf 45 mm gehen, sofern du ohne Schutzbleche planst |
| Federgabel | häufig auf ruppigen Schotterpassagen unterwegs bist | die 40-mm-Option ernsthaft prüfen |
| Montagepunkte und Stauraum | Bikepacking, Wochenendtouren oder Alltag mit Zubehör vorhast | das Bike möglichst vollständig ausrüsten |
Wenn du schnell losfahren willst, sind vorkonfigurierte Modelle eine vernünftige Abkürzung. Wenn du dagegen sehr genau weißt, was du brauchst, würde ich den Konfigurator nutzen und die Ausstattung sauber auf deinen Einsatz zuschneiden. Ein teureres Teil bringt am Ende weniger als die richtige Übersetzung oder die passende Reifenbreite. Bevor man sich festlegt, sollte deshalb die Passform stimmen, sonst helfen die besten Komponenten kaum.
Größe, Position und Probefahrt
Bei einem Gravelbike mit stabiler Geometrie ist die Größenauswahl weniger eine Frage von „sportlich oder bequem“ als von Laufruhe und Wendigkeit. Das Grid setzt auf einen ruhigen Vorbau, längere Kettenstreben in den größeren Größen und damit auf ein Fahrverhalten, das bei Tempo ordentlich Vertrauen gibt.
- Wenn du zwischen zwei Größen liegst, entscheide nicht nur nach Gefühl, sondern nach gewünschter Sitzlänge und Stabilität.
- Wenn du viel mit Gepäck fährst, ist eine ausgewogene, eher ruhige Position oft angenehmer als ein extrem kompaktes Cockpit.
- Wenn du enge Kurven und Stadtverkehr liebst, kann ein etwas kürzerer, wendigerer Aufbau sinnvoller sein.
- Wenn du lange Strecken auf wechselndem Untergrund fährst, zahlt sich die stabile Geometrie aus.
- Wenn dein Gesamtpaket schwer wird, solltest du das Systemgewicht von 130 kg im Hinterkopf behalten.
Meine Probefahrt würde ich nicht auf einer perfekten Asphaltstrecke machen. Ich würde bewusst ein Stück ruppigen Belag, ein paar enge Kurven und einen kurzen Anstieg einbauen. Erst dort zeigt sich, ob dir das Rad ruhig genug, aber nicht träge vorkommt. Und genau dort trennt sich ein gut konstruiertes Gravelbike von einem bloß gut aussehenden.
Wann das Grid die bessere Wahl ist und wann nicht
Das Grid ist stark, wenn du ein Rad suchst, das mehrere Rollen sauber verbindet. Es ist aber nicht automatisch die beste Lösung für jede Nutzung, und genau diese Grenze sollte man ehrlich benennen.
| Einsatz | Passt das Grid? | Meine Einordnung |
|---|---|---|
| Asphalt ohne Abstecher | Eher nur bedingt | Ein Endurance-Rennrad bleibt auf glattem Belag meist schneller und direkter |
| Gemischte Wege und Wochenendtouren | Sehr gut | Das ist die Kernzone des Rads |
| Bikepacking mit moderatem Gepäck | Sehr gut | Viele Montagepunkte und Stauraum machen den Unterschied |
| Raues Gelände mit vielen Wurzeln | Eher nicht ideal | Dafür fehlt echte Mountainbike-Federung |
| Alltag mit starkem Fokus auf Zubehör | Gut, aber nicht maximal pragmatisch | Für einen noch klareren Alltagsfokus ist ein urbanes Modell oft logischer |
Wer ein konsequent alltagstaugliches Rad mit festem Urban-Fokus sucht, sollte sich eher ein Modell aus der City-Richtung ansehen als das Gravelbike aufzurüsten. Für mich ist das Grid dann am überzeugendsten, wenn du sportlich fahren willst, aber keine Lust hast, bei Untergrund, Gepäck oder Tourenplanung ständig Kompromisse zu erzwingen. Genau deshalb würde ich es nicht mit einem reinen Straßenrad vergleichen, sondern mit der Frage, wie oft du wirklich abseits des Asphalts unterwegs bist.
Mein Urteil zum Grid für 2026
Für mich ist das Grid eine starke Wahl für Fahrer, die ein echtes Gravelbike mit sportlichem Charakter wollen, aber nicht auf Komfort und Gepäckoptionen verzichten möchten. Der Mix aus leichtem Carbon, 40- bis 45-mm-Reifenfreiheit, vielen Montagepunkten und sauberer Geometrie ist in dieser Form plausibel und im Alltag sinnvoller als bloße Marketing-Optik.
Wenn ich selbst konfigurieren würde, würde ich mit 40-mm-Reifen, einer klaren 1x- oder 2x-Entscheidung nach Einsatzprofil und möglichst wenig unnötigem Zusatzgewicht starten. Das klassische Rad ist die bessere Wahl für leichten, direkten Fahrspaß; die E-Version lohnt sich, wenn lange Tage, Höhenmeter und Gegenwind real dazugehören. Alles darüber hinaus entscheidet die Ausstattung, nicht das Logo am Unterrohr.