Tomas Lemoine steht für eine seltene Mischung aus Technik, Mut und Vielseitigkeit: BMX-Grundlage, Slopestyle-Erfolge und inzwischen ein klarer Fokus auf Freeride und Red Bull Rampage. Wer seinen Werdegang verstehen will, bekommt hier nicht nur die wichtigsten Stationen, sondern auch eine Einordnung, was seinen Fahrstil ausmacht und warum er im modernen Mountainbike-Sport so eigenständig wirkt. Ich schaue dabei bewusst auf die Punkte, die für Fans, Fahrer und technisch interessierte Leser wirklich interessant sind.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
- Er begann früh mit BMX und gewann bereits mit zehn Jahren einen europäischen BMX-Titel.
- Seit 2020 fährt er als Profi und wurde vor allem im Slopestyle und Speed & Style bekannt.
- 36 Crankworx-Medaillen zeigen, wie konstant er über Jahre auf hohem Niveau unterwegs war.
- Sein Profil wandelte sich vom Slopestyle-Star hin zu einem Freeride-Fahrer mit Rampage-Fokus.
- Seine Stärke ist Vielseitigkeit, also die Verbindung aus Geschwindigkeit, Stil und Linienwahl.
Vom BMX-Kind zum Allrounder auf dem Mountainbike
Tomas Lemoine begann nicht auf einem großen Freeride-Hügel, sondern auf dem BMX. Das ist ein wichtiger Unterschied, weil BMX-Fahrer früh lernen, wie man das Rad präzise unter dem Körper hält, wie man Absprünge sauber setzt und wie viel Kontrolle in kleinen Bewegungen steckt. Genau diese Basis sieht man ihm bis heute an: Er wirkt selten hektisch, selbst wenn die Strecke brutal technisch wird.
Dass er schon mit zehn Jahren einen europäischen BMX-Titel gewann, ist mehr als eine nette Anekdote. Es zeigt, dass sein Talent früh in einem Umfeld gewachsen ist, in dem Balance, Timing und Mut schon im Jugendalter sauber zusammenkommen müssen. Der spätere Wechsel in den Mountainbike-Sport war deshalb kein Bruch, sondern eine logische Erweiterung seines Fahrstils.
Für mich ist das der erste Grund, warum sein Name in der Szene hängen bleibt: Er ist kein Spezialist, der zufällig gelegentlich auch anderes kann, sondern ein Fahrer, dessen Fundament breit genug ist, um mehrere Disziplinen zu tragen. Genau daraus entwickelt sich der Karriereweg, der ihn später auf die großen Crankworx-Bühnen brachte.

Die wichtigsten Stationen seiner Karriere
Wenn man seine Laufbahn nicht nur als Ergebnisliste liest, sondern als Entwicklung, wird schnell klar, warum er so viele verschiedene Formate bedienen kann. Er hat sich nicht auf einen einzigen Wettbewerbstyp festgelegt, sondern in mehreren Bereichen Spuren hinterlassen. Das ist im Mountainbike-Sport selten genug, um genauer hinzuschauen.| Phase | Einordnung | Warum das zählt |
|---|---|---|
| Frühe Jahre | BMX als Einstieg, später europäischer BMX-Titel mit zehn Jahren | Frühe Technikschule mit starkem Fokus auf Balance und Airtime |
| 2020 | Start als Profi | Der Schritt in den internationalen Wettkampfbetrieb |
| 2022 bis 2024 | Mehrere Goldmedaillen im Speed & Style, darunter große Erfolge in Innsbruck und Whistler | Zeigt seine Stärke in einem Format, das Tempo und Stil gleichzeitig belohnt |
| Crankworx insgesamt | 36 Medaillen über mehrere Jahre hinweg | Ein Wert, der vor allem für Konstanz steht, nicht nur für einzelne Ausreißer |
| Spätere Phase | Abkehr vom Slopestyle, Fokus auf Freeride und Red Bull Rampage | Ein bewusster Wechsel hin zu mehr Eigenverantwortung und kreativer Freiheit |
| Zusätzliche Bühne | Red Bull Joyride-Podium | Ein Beleg dafür, dass er auch auf den bekanntesten Slopestyle-Bühnen mithalten kann |
Diese Stationen erzählen nicht die Geschichte eines Fahrers, der nur einen guten Sommer erwischt hat, sondern die eines Athleten mit Wiedererkennungswert. Gerade die Kombination aus frühen BMX-Wurzeln, Crankworx-Konstanz und dem späteren Richtungswechsel macht sein Profil so interessant. Und genau an dieser Stelle wird auch verständlich, warum sein Fahrstil so oft als besonders komplett beschrieben wird.
Was seinen Fahrstil auf dem Bike auszeichnet
Ich halte Tomas Lemoine nicht für den lautesten Fahrer im Feld, sondern für einen der am saubersten lesbaren. Seine Stärke liegt weniger darin, alles noch größer zu machen als alle anderen, sondern darin, die Elemente klug zu verbinden. Im Mountainbike-Sport ist das oft mehr wert als ein einzelner spektakulärer Trick.
Im Slopestyle und Speed & Style, also in Formaten, in denen Tricks und Geschwindigkeit gemeinsam bewertet werden, braucht man mehr als nur Mut. Man muss Anfahrtsgeschwindigkeit halten, die Linie sauber treffen und den Trick so setzen, dass er auch unter Druck wiederholbar bleibt. Genau dort liegt Lemoine stark: Er wirkt selten wie ein Fahrer, der an einer Stelle alles riskiert und an der nächsten die Kontrolle verliert.
- Präziser Pop - Er hebt sauber ab, statt sich aus dem Lauf heraus zu erzwingen.
- Gutes Timing - Viele seiner Kombinationen funktionieren, weil die Bewegung nicht zu früh und nicht zu spät kommt.
- Kontrolle in der Luft - Das Rad bleibt bei Drehungen und Flips unter Kontrolle, was die Landung stabiler macht.
- Liniengefühl - Er liest Übergänge und Absprünge schnell, was auf technischen Kursen entscheidend ist.
- Risikobewusstsein - Er fährt aggressiv, aber nicht blind; das ist auf Dauer meist der bessere Deal.
Für Leser, die selbst fahren, ist genau das der interessante Punkt: Nicht der eine Trick macht den Unterschied, sondern die saubere Kette aus Anfahrt, Absprung, Trick und Landung. Diese Logik erklärt auch, warum der Wechsel in eine offenere Freeride-Welt sportlich Sinn ergibt.
Warum der Wechsel zu Freeride und Rampage logisch war
Slopestyle und Freeride werden oft zusammen genannt, sind aber nicht dasselbe. Slopestyle ist stärker durch gebaute Features, Trickbewertung und eine kompakte, fast choreografierte Wettkampfstruktur geprägt. Freeride, vor allem in der Form von Red Bull Rampage, ist viel freier, aber auch gnadenloser: natürliche Hänge, eigene Linien, mehr Bauarbeit, mehr Eigenverantwortung und deutlich weniger Sicherheitsgefühl durch die Strecke selbst.
Gerade deshalb ist der Schritt von Lemoine nachvollziehbar. Wer jahrelang im Trick- und Show-Teil des Sports erfolgreich war, bringt das Werkzeug bereits mit, um auch im Freeride zu bestehen. Man braucht dafür aber eine andere Prioritätensetzung: weniger standardisierte Wiederholung, mehr Linienkreativität, mehr Vorbereitung und mehr Vertrauen in das eigene Setup.
| Aspekt | Slopestyle | Freeride und Rampage |
|---|---|---|
| Strecke | Gebauter Parcours mit festen Features | Natürlicher Hang mit individueller Linienwahl |
| Bewertung | Tricks, Flow und Ausführung | Linie, Kreativität, Kontrolle und Mut |
| Training | Wiederholbarkeit und Trickkombinationen | Course-Reading, Setup, Schaufelarbeit und Anpassung |
| Risiko | Verpasste Landung oder Überrotation | Falsche Linie, falsches Tempo oder zu großer Gap |
In Rampage gibt es oft keine perfekte Standardlösung. Genau das passt zu Fahrern, die kreativ denken und nicht nur ein starres Repertoire abspulen wollen. Ich würde seinen Wechsel deshalb nicht als Rückzug aus dem Slopestyle lesen, sondern als klare Neujustierung auf eine Disziplin, in der seine Erfahrung noch breiter einsetzbar ist.
Was ambitionierte Fahrer aus seiner Karriere mitnehmen können
Wer selbst Mountainbike fährt, kann aus seiner Laufbahn erstaunlich viel ableiten. Nicht im Sinn von „einfach härter fahren“, sondern im Sinn von „sauberer aufbauen“. Die Karriere von Lemoine zeigt ziemlich deutlich, dass technische Grundlage, Mut und Disziplin nicht gegeneinander arbeiten, sondern sich gegenseitig tragen.
- Baue zuerst eine echte Basis auf. BMX, Pumptrack, Jump-Line oder Bikepark-Training schulen Balance und Radkontrolle deutlich besser als einzelne Showtricks.
- Trainiere Technik und Speed zusammen. Viele Fahrer können Tricks oder Tempo, aber nicht beides gleichzeitig. Genau dort liegen im Wettbewerb die Punkte.
- Arbeite an Linienwahl, nicht nur an Tricks. Eine saubere Linie spart Energie, reduziert Fehler und macht schwierige Passagen fahrbar.
- Wähle die Disziplin, die zu deinem Stil passt. Nicht jeder fährt im gleichen Format am stärksten. Der klügere Weg ist oft der, der die eigenen Stärken verstärkt.
- Bleib bereit für Anpassung. Lemoine zeigt, dass ein Fahrer sich neu positionieren kann, ohne seine Identität zu verlieren.
Der häufigste Fehler vieler junger Rider ist aus meiner Sicht, zu früh nur auf den spektakulären Einzeltrick zu gehen. Das sieht im Clip stark aus, trägt aber in Wettkämpfen oft nur dann, wenn die Basis stimmt. Genau diese Bodenhaftung macht Lemoines Entwicklung so lehrreich.
Was an seiner Karriere 2026 besonders lehrreich bleibt
Tomas Lemoine ist 2026 vor allem deshalb relevant, weil er eine Entwicklung verkörpert, die man im Mountainbike-Sport nicht oft so sauber sieht: vom BMX-Fundament über Slopestyle-Erfolge bis hin zu einem bewussten Fokus auf Freeride. Seine 36 Crankworx-Medaillen, seine Goldläufe im Speed & Style und der Schritt Richtung Rampage ergeben zusammen ein Bild von sportlicher Reife, nicht nur von Talent.
Für mich ist das der eigentliche Kern seines Profils: Er steht nicht für ein einzelnes Highlight, sondern für eine Karriere mit klarer Richtung und genügend Wandel, um spannend zu bleiben. Wer seine Runs verstehen will, sollte deshalb nicht nur auf Tricks schauen, sondern auf Anfahrt, Linienwahl, Timing und Landung. Genau dort liegt bei ihm die Substanz.