Das Diamant Nhoma ist kein klassisches Gravelbike für reine Rennambitionen, sondern ein bewusst ausgestattetes Alltags- und Reiserad mit Dropbar. In diesem Test geht es darum, wie gut das Konzept auf Asphalt, Schotter und im Pendelalltag funktioniert, worin sich Plus und Pro unterscheiden und ob die Vollausstattung den Preis rechtfertigt. Ich schaue dabei vor allem auf Fahrgefühl, Nutzwert, Lastgrenzen und die Kaufentscheidung zwischen den beiden Varianten.
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick
- Das Nhoma ist ein Equipped Gravel Bike: Licht, Schutzbleche, Gepäckträger und Ständer sind ab Werk dabei.
- Für 2026 gibt es zwei Varianten: Nhoma Plus ab 1.699 Euro und Nhoma Pro ab 1.999 Euro.
- Das Plus setzt auf Shimano CUES 1x11, das Pro auf Shimano GRX 1x12.
- Der Clever Rack trägt bis zu 25 kg, das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 136 kg.
- Die Reifenfreiheit ist groß: bis 50-622 oder 65-584.
- Es ist ein starkes Rad für Alltag, Touren und Bikepacking, aber kein reines Race-Gravel für maximalen Tempo-Fokus.
Was das Nhoma-Konzept so eigenständig macht
Ich lese das Diamant Nhoma als Brücke zwischen Trekkingrad und sportlichem Gravelbike. Diamant nutzt eine gemeinsame Plattform mit dem Mahon, setzt beim Nhoma aber auf einen Dropbar, also den Rennlenker, und verschiebt das Rad damit klar in Richtung Dynamik. Genau dieser Mix ist interessant: Das Rad fährt sich sportlicher als ein klassisches Alltagsrad, bleibt aber deutlich alltagstauglicher als viele reine Gravelbikes.
Für den deutschen Alltag ist das ein echter Vorteil. Wer pendelt, im Regen unterwegs ist oder das Rad am Wochenende spontan mit Gepäck nutzt, muss nicht erst mit Schutzblechen, Licht und Träger anfangen. Das Nhoma ist ab Werk sofort einsatzbereit, und das spart nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Bastelaufwand. Ich würde es deshalb eher als sehr pragmatischen Allrounder lesen als als Spezialwerkzeug für eine einzige Disziplin.
Die Grundidee ist also klar: ein Rad, das unter der Woche funktioniert und am Wochenende nicht aufhört, sinnvoll zu sein. Von dort aus ist die wichtigste Frage nicht mehr, ob das Konzept stimmt, sondern welche Variante besser zu deinem Einsatz passt.
Plus oder Pro, worin der Unterschied im Alltag wirklich liegt
Für 2026 teilt Diamant die Baureihe in zwei Rollen auf. Das Nhoma Plus ist die preisbewusste Version, das Nhoma Pro bleibt die sportlichere und hochwertiger ausgerüstete Alternative. Beide teilen sich die gleiche Grundidee, aber die Details verschieben den Charakter spürbar. Genau dort liegt die eigentliche Kaufentscheidung.
| Kriterium | Nhoma Plus | Nhoma Pro | Meine Einordnung |
|---|---|---|---|
| Preis | 1.699 Euro | 1.999 Euro | Das Plus ist klar der Preis-Leistungs-Tipp. |
| Antrieb | Shimano CUES 1x11 | Shimano GRX 1x12 | GRX wirkt sportlicher, CUES plausibel für Alltag und Haltbarkeit. |
| Licht | Dynamo-Licht von Herrmans | Supernova vorn mit 205 Lumen, Spanninga hinten | Das Pro hat das deutlich edlere Lichtpaket. |
| Charakter | Alltag, Pendeln, Touren, erster Einstieg ins Graveln | Längere Touren, mehr Tempo, mehr Reserven im Gelände | Beide sind vielseitig, das Pro setzt stärker auf Performance. |
| Grundausstattung | Schutzbleche, Gepäckträger, Ständer und Beleuchtung ab Werk | Der wahre Unterschied sitzt vor allem im Antrieb und bei den Details. | |
Ich halte das Plus für die vernünftigere Wahl, wenn du ein Rad für Alltag, Pendeln und gelegentliche Touren suchst. Das Pro lohnt sich, wenn du häufiger sportlich fährst, öfter bei Dunkelheit unterwegs bist oder beim Antrieb das etwas hochwertigere, direkter wirkende Paket willst. Dass beide auf dieselbe Grundgeometrie setzen, ist kein Nachteil, sondern sorgt dafür, dass du die Wahl wirklich an deinem Profil festmachen kannst.

Wie sich das Nhoma auf Asphalt, Schotter und im Alltag fährt
Auf Asphalt fährt sich das Nhoma ruhig, kontrolliert und unaufgeregt. Die Dropbar-Position bringt genug Sportlichkeit ins Cockpit, ohne dass das Rad nervös wird. Auf festem Schotter oder schlechten Wirtschaftswegen fühlt sich das sehr stimmig an: nicht zu hart, nicht zu verspielt, sondern berechenbar und belastbar. Genau so will ich ein Alltags-Gravel oft haben.
Der Preis für diese Gelassenheit ist sichtbar. Mit Vollausstattung und rund 14,4 bis 14,5 kg ist das Nhoma kein Leichtbau-Gravel. Ich würde das aber nicht als Schwäche lesen, solange du kein reines Race-Bike suchst. Im Test von RADfahren wurden vor allem die komfortable Touren-Geometrie, die saubere Schaltpräzision und die gute Verarbeitung hervorgehoben, und das passt sehr gut zu seiner Rolle.
Für technische Trails oder schnelle Rennpassagen ist es nicht gebaut. Die Starrgabel spart Wartung und hält das Setup robust, macht das Rad aber nicht zum Federgewichts-Wunder. Wer dagegen lange Strecken, gemischtes Terrain und echte Alltagseinsätze fährt, profitiert genau von diesem Aufbau.
Warum die Ausstattung im Alltag mehr ist als ein Komfortbonus
Beim Nhoma ist die Ausstattung kein Anhängsel, sondern der eigentliche Mehrwert. Schutzbleche, dynamobetriebene Beleuchtung, Seitenständer und der Clever Rack gehören serienmäßig dazu. Das spart nicht nur Nerven, sondern auch Geld: Für eine vergleichbare Nachrüstung würde ich grob mit 250 bis 500 Euro rechnen, je nach Teilewahl und Montageaufwand.
Richtig wichtig sind für mich die Details. Der Gepäckträger trägt bis zu 25 kg, das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 136 kg, und am Rahmen findest du fünf Ösenpaare für Zubehör. Dazu kommt die große Reifenfreiheit mit bis zu 50-622 oder 65-584. Das gibt dir Spielraum zwischen komfortablem Pendelrad, leichtem Tourer und pragmatischem Bikepacking-Bike.
MIK-kompatible Taschen lassen sich besonders einfach nutzen. MIK ist ein standardisiertes Klicksystem für Gepäckträger-Zubehör, das im Alltag wirklich praktisch ist. Ich würde bei Packtaschen trotzdem eher auf seitliche Montage setzen als alles oben auf den Träger zu laden, weil das Fahrverhalten dann stabiler bleibt. Für Regenfahrten, Einkäufe und mehrtägige Touren ist genau das der Unterschied zwischen nett und wirklich durchdacht.
Für wen ich welches Nhoma empfehlen würde
Die Wahl zwischen Plus und Pro ist eigentlich erstaunlich klar, wenn man ehrlich auf das eigene Fahrprofil schaut. Das Plus ist die sinnvolle Variante für alle, die ein gutes Komplettpaket suchen und den Aufpreis nicht in jeden einzelnen Komponentenschritt stecken wollen. Das Pro ist für Fahrerinnen und Fahrer, die den sportlicheren Charakter bewusst mitnehmen möchten.
| Wenn du... | Dann würde ich... | Warum |
|---|---|---|
| primär zur Arbeit fährst, aber auch Touren machen willst | Nhoma Plus wählen | Der Preis ist vernünftig und die Ausstattung ab Werk deckt den Alltag direkt ab. |
| häufig länger, sportlicher und auch bei Dunkelheit unterwegs bist | Nhoma Pro wählen | GRX, das bessere Licht und die insgesamt hochwertigere Anmutung machen dann Sinn. |
| ein leichtes Race-Gravel suchst | Keines von beiden | Dann bist du mit einem reduzierteren, rein sportlichen Modell besser bedient. |
| ein Rad für Alltag, Wochenenden und Bikepacking ohne Nachrüstprojekt willst | Nhoma generell ernsthaft prüfen | Genau diese Mischung beherrscht die Baureihe am überzeugendsten. |
Wenn ich nur ein Rad für mehrere Rollen kaufen wollte, würde ich sehr wahrscheinlich beim Plus landen. Wenn ich aber regelmäßig auf längeren Touren unterwegs wäre und mehr Wert auf das sportlichere Gesamtgefühl lege, wäre das Pro die bessere Wahl. Der Aufpreis von 300 Euro ist nicht klein, aber im Vergleich zum Material- und Ausstattungsunterschied plausibel.
Worauf ich vor dem Kauf unbedingt prüfe
Bei einem Rad wie dem Nhoma ist eine Probefahrt wichtiger als ein reiner Blick auf die Ausstattungsliste. Der Dropbar verändert die Sitzposition stärker als bei einem Flatbar-Rad, also solltest du prüfen, ob dir die Lastverteilung auf Händen, Rücken und Nacken wirklich liegt. Gerade wer bisher vor allem Trekkingräder fährt, merkt diesen Unterschied sofort.
- Gesamtgewicht: Fahrer, Rad und Gepäck dürfen zusammen 136 kg nicht überschreiten.
- Trägerlast: Der Clever Rack ist bis 25 kg ausgelegt, für schwere Touren also sauber planen.
- Reifen und Schutzbleche: Die breite Freigabe ist stark, aber bei Umbauten musst du die nötige Mindestfreiheit im Blick behalten.
- Zubehör: MIK-Taschen sind bequem, seitlich montierte Packtaschen fahren sich meist stabiler als viel Last oben auf dem Träger.
- Fit: Sitzposition und Reach mit Dropbar unbedingt ausprobieren, bevor du dich festlegst.
Wenn du Kindersitz, Anhänger oder spezielles Schlosszubehör planst, würde ich das direkt mit dem Händler klären. Das Nhoma kann hier einiges, aber die saubere Montage ist wichtiger als die reine Möglichkeit auf dem Papier. Genau an solchen Stellen entscheidet sich, ob ein Rad im Alltag wirklich entspannt bleibt.
Womit das Nhoma im Alltag wirklich punktet
Mein Urteil fällt deshalb eher klar als kompliziert aus: Das Nhoma ist eines der sinnvolleren Gravel-Konzepte für Alltag und Touren, weil es nicht erst nachgerüstet werden muss. Das Plus ist die vernünftige Wahl für die meisten Käufer, das Pro die bessere Wahl, wenn du öfter sportlich, länger und bei widrigen Bedingungen unterwegs bist.
Wenn du ein Rad suchst, das von Montag bis Sonntag mehrere Rollen übernimmt, ist das Nhoma stark. Wenn du hingegen vor allem maximale Leichtigkeit und reinen Tempofokus willst, würde ich weitersehen. Genau diese Ehrlichkeit macht das Rad aus meiner Sicht interessant: Es verspricht nicht alles, sondern löst den Spagat aus Alltag, Tour und Bikepacking überraschend konsequent.