Die wichtigsten Fakten zu Pogačars Körperdaten auf einen Blick
- Offiziell wird Tadej Pogačar aktuell mit 66 kg und 176 cm geführt.
- Die Zahl ist ein guter Richtwert, aber kein Laborwert für jeden einzelnen Tag der Saison.
- Im Radsport zählt nicht nur das Gewicht, sondern vor allem das Verhältnis von Leistung zu Körpermasse.
- Mit 66 kg liegt Pogačar in einem Bereich, der Klettern, Beschleunigen und lange Klassiker sehr gut unterstützt.
- Für Amateurfahrer ist der wichtigste Schluss nicht „möglichst leicht“, sondern „möglichst effizient und nachhaltig“.
Wie schwer Tadej Pogačar aktuell geführt wird
Im Profil von UAE Team Emirates wird Pogačar derzeit mit 66 Kilogramm bei 176 Zentimetern Körpergröße geführt; ProCyclingStats nennt denselben Wert. Ich lese das als typischen Rennwert, nicht als starre Messgröße, denn Profis schwanken im Saisonverlauf oft leicht je nach Vorbereitung, Rennprogramm und Belastung.
Für Leser ist die Zahl vor allem deshalb spannend, weil sie eine Erwartung korrigiert: Der stärkste Rundfahrer muss nicht wie ein klassischer Bergspezialist extrem leicht gebaut sein. Pogačar bringt genug Substanz mit, um auf Kopfsteinpflaster, in den Ardennen und auf langen Antritten effizient zu bleiben, ohne am Berg an Agilität zu verlieren.
Warum 66 Kilogramm im radsport so gut funktionieren
Im Radsport entscheidet Körpergewicht nie allein, aber es beeinflusst das Verhältnis von Leistung zu Masse spürbar. Genau deshalb wird auf Bergetappen nicht nur gefragt, wie viel Watt ein Fahrer tritt, sondern wie viele Watt pro Kilogramm am Ende übrig bleiben. Je leichter ein Fahrer bei gleicher Leistung ist, desto einfacher kann er längere Steigungen kontrollieren.
Bei 66 Kilogramm ist Pogačar leicht genug für hohe Kletterleistung, aber nicht so leicht, dass ihm auf flachen Passagen, in Attacken oder bei rauen Klassikern die nötige Stabilität fehlt. Das ist der eigentliche Punkt: Ein modernes Grand-Tour-Profil braucht heute nicht nur Bergfähigkeit, sondern eine sehr breite Einsatzfähigkeit. Genau dort liegt Pogačars Stärke.
| Aspekt | Was 66 kg hier bedeuten | Praktische Folge |
|---|---|---|
| Bergetappen | Gutes Verhältnis aus Masse und Leistungsfähigkeit | Weniger „Ballast“ an langen Anstiegen |
| Flache Abschnitte | Genug Körpermasse für Stabilität und Tempowechsel | Attacken wirken nicht nur am Berg, sondern auch davor und danach |
| Klassiker | Ausgewogen statt extrem leicht | Mehr Reserven auf Pflaster, Wellen und in hektischen Rennphasen |
Das erklärt auch, warum ich solche Zahlen nie isoliert betrachte. Das Gewicht ist nur dann wirklich aussagekräftig, wenn man es zusammen mit Leistung, Renntyp und Körperbau liest.

Wie sein Körperbau zu einem Allrounder passt
Mit 176 Zentimetern und 66 Kilogramm bringt Pogačar einen kompakten Allrounder-Körper mit, der weder reiner Klettertyp noch reiner Sprintertyp ist. Das ist wichtig, weil moderne Siegerprofile genau aus dieser Mischung entstehen: leicht genug für lange Berge, robust genug für explosive Rennsituationen, vielseitig genug für Monumente und dreiwöchige Rundfahrten.
Rechnet man grob nach, liegt sein Body-Mass-Index, kurz BMI, bei etwa 21,3. Der BMI ist nur ein grober Verhältniswert aus Größe und Gewicht; im Radsport sagt er allein wenig über Form aus. Trotzdem zeigt er hier etwas Relevantes: Es geht um einen sehr schlanken, funktionalen Körperbau und nicht um extremes Abmagern. Ich halte das für die deutlich sinnvollere Einordnung, weil reine Zahlenspielerei oft mehr verschleiert als erklärt.
Wer Pogačars Rennen verfolgt, sieht genau diese Balance auf der Straße: Er kann Bergpässe hochdrücken, nach Attacken wieder beschleunigen und trotzdem in sehr unterschiedlichen Rennsituationen präsent bleiben. Diese Vielseitigkeit ist selten, und sie kommt nicht aus einem einzelnen Merkmal, sondern aus dem Zusammenspiel von Gewicht, Kraft, Erholung und Rennintelligenz.
Warum die Zahl je nach Saison nicht alles sagt
Eine öffentlich genannte Gewichtsangabe ist im Profisport eher ein Orientierungswert als eine tägliche Wahrheit. Schon Wasserhaushalt, Glycogenspeicher, Reisebelastung oder ein Trainingsblock können den Körper kurzfristig leicht verändern. Deshalb ist es aus meiner Sicht ein Fehler, aus „66 kg“ eine unveränderliche Identität zu machen.
- Vor dem Saisonhöhepunkt liegt das Gewicht oft näher am Renngewicht als in ruhigeren Phasen.
- Nach schweren Rennen kann das Körpergewicht durch Müdigkeit, Flüssigkeit und Regeneration sichtbar schwanken.
- Im Winter akzeptieren viele Profis ein etwas höheres Gewicht, weil der Fokus auf Basisarbeit und Gesundheit liegt.
- Bei Etappenrennen ist die Belastung so hoch, dass die Waage ohne Kontext wenig Aussagekraft hat.
Für Hobbyfahrer ist das eine nützliche Erinnerung: Wer nur die Zahl auf der Waage optimiert, übersieht leicht die Faktoren, die wirklich Leistung bringen. Genau daraus lässt sich für das eigene Training mehr lernen, als es auf den ersten Blick scheint.
Was ambitionierte Fahrer aus dieser Einordnung mitnehmen können
Der wichtigste Transfer aus Pogačars Körperdaten ist nicht, dass jeder möglichst bei 66 Kilogramm landen sollte. Der sinnvollere Schluss lautet: Gewicht muss zum Einsatzgebiet passen. Wer lange Anstiege fahren will, profitiert von einem guten Verhältnis aus Körpermasse und dauerhaft abrufbarer Leistung, nicht von radikalem Leichtgewicht.
- Erst Leistung stabilisieren, dann Gewicht feinjustieren. Ein kräftiger, gut trainierter Motor bringt mehr als ein kurzfristig reduziertes Körpergewicht.
- Gewicht nur im Zusammenhang mit dem Fahrprofil bewerten. Für Alpenpässe gelten andere Prioritäten als für flache Marathons oder Gravel-Rennen.
- Substanz nicht mit Übergewicht verwechseln. Ein robuster Körper ist im Rennradalltag oft wertvoll, solange die Leistung nicht darunter leidet.
- Verluste bei der Ernährung vermeiden. Zu aggressives Abnehmen kostet häufig zuerst Erholung, dann Trainingsqualität und am Ende Watt.
- Den Fortschritt über mehrere Wochen messen. Ein einzelner Wiegetag sagt fast nichts, eine stabile Entwicklung dagegen schon.
Gerade bei ambitionierten Amateuren sehe ich den gleichen Denkfehler immer wieder: Man schaut zu sehr auf Kilogramm und zu wenig auf die Frage, ob man die vorhandene Leistung auch über die gesamte Renndauer halten kann.
Wie man Pogačars 66 Kilo richtig auf die eigene Praxis überträgt
Die sinnvolle Lehre ist nicht, ein Profilgewicht nachzuahmen, sondern die eigene Leistungsfähigkeit sauber mit dem Körperbau abzugleichen. Wer bergstärker werden will, sollte zuerst an Ausdauer, Schwellenleistung und Ernährungsqualität arbeiten; die Waage kommt erst danach als Feintuning ins Spiel.
Für mich ist das der praktische Kern der Pogačar-Diskussion: Das Gewicht ist ein Werkzeug, kein Selbstzweck. Wer gesund, leistungsfähig und regenerationsstark bleibt, hat im Radsport fast immer die bessere Ausgangslage als jemand, der nur eine Zahl optimiert. Genau deshalb ist die 66-Kilo-Marke interessant - nicht als Ziel für alle, sondern als Beispiel dafür, wie gut ausbalanciert ein moderner Champion sein kann.
Wer seine eigene Entwicklung ernsthaft verbessern will, sollte deshalb eher auf konstante Trainingsqualität, kluge Ernährung und realistische Zielgewichte achten als auf schnelle Versprechen. Dann wird aus einer Promi-Zahl ein sinnvoller Maßstab für die eigene Praxis.